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º Räuchern mit Räucherstäbchen

Mittwoch, 17.03.2010

Räucherstäbchen sind quasi zu Stäbchen gerolltes Räucherwerk.
Im Moment sind jede Menge unterschiedliche Räucherstäbchensorten im Handel erhältlich. Aber, wie so oft,  auch hier gibt es große Unterschiede in der Herstellung der der Qualität.  Sie werden entweder hergestellt in dem das fein pulverisierte Räucherwerk auf ein Holz- oder Bambusstäbchen geklebt wird, oder indem das Räucherwerk selber (ganz ohne Stäbchen) in die Form eines Stäbchens gerollt oder gepresst wird.
Räucherstäbchen auf Holzträgern entwickeln in der Regel mehr Rauch und haben aufgrund des mit glimmenden Holzes keinen so reinen Duft, wie Stäbchen ohne Träberholz
Räucherstäbchen werden überall auf der Welt angewendet, traditionell in allen asiatischen Ländern, im  Hinduismus, Buddhismus, Taoismus in den Tempeln, sie werden bei Zeremonien und Meditationen angezündet und bestehen je nach Verwendung aus ganz unterschiedlichen Räucherstoffen. Dem Rauch wird oft auch eine reinigende Wirkung zugesprochen.

Gegenüber dem Räuchern von losem Räucherwerk auf Holzkohle sind Stäbchen einfacher zu handhaben, sparsam im Verbrauch und Duftkompositionen sind besser herzustellen. Bei der Verwendung von Räucherstäbchen fällt aber auch die Vorbereitung und das zeremonielle einer Räucherung weg. Es ist quasi die „light“-Version des Räucherns.
Die Räucherstäbchen ist nicht gleich Räucherstäbchen, es gibt große Unterschiede in der Herstellung und nicht zu Letzt natürlich auch in der Qualität.

Am bekanntesten sind sicherlich die „Indische Räucherstäbchen
Sie werden durch Auftragen einer Paste aus Holz- oder Kohlepulverpulver, Ölen und Räucherwerk auf einen dünnen Holzstab hergestellt. Oder wie im Fall der sehr hochwertigen Räucherstäbchen von Auroshika werden erst die fertig getrockneten Räucherstäbchen (Kohlepaste auf ein Holzstäbchen gerollt) in die Duft-Essens getaucht.Sehr bekannt und beliebt sind auch die Räucherstäbchen aus dem Hause Nag Champa.

Aber besonders bei den indischen Räucherstäbchen ist auch Vorsicht angebracht: Neben den traditionellen Harzen, Hölzern und Kräutern kommen bei billigen indischen Räucherstäbchen auch synthetische Geruchs-Essenzen zur Verwendung, deren gesundheitliche Unbedenklichkeit nicht gesichert ist.  (wie z.B. die  Moschus-Ambretten)

Tibetische Räucherstäbchen
In Tibet haben Räucherstäbchen eine lange Geschichte. Sie werden seit dem 7.Jahrhundert  vor allem aus traditionellen Kräuternmischungen hergestellt und werden auch heute noch per Hand gerollt und getrocknet. Sie haben keine Trägerstäbchen.
Die meisten tibetanischen Räucherstäbchen die heute im Handel sind stammen allerdings auf Grund der politischen Situation in Tibet, aus Nepal – Kathmandu, wo sie von Exil-Tibetaneren in kleinen Manufakturen gefertigt werden.

Indianische Räucherstäbchen
Sie sind eine moderne Erfindung. In den  indianischen Räucherstäbchen werden traditionelle Räucherstoffe der Ureinwohner verwendet, die Herstellung ist jedoch die selbe wie bei den indischen Stäbchen. Die Amerikanischen Ureinwohnern hingegen verwendeten traditionell keine Stäbchen für ihre Räucherzeremonien sondern gebündelte Kräuter, die sogenannten Smuge-Sticks.

Japanische Räucherstäbchen

Die Japanische Räucherstäbchen werden ebenfalls völlig ohne Trägerhölz hergestellt. Statt dessen wird eine Paste aus  feinem Holzpulver, pulverisierten Duftstoffen und Wasser hergestellt. Diese Masse wird dann durch feine Röhren gedrückt, in Stücke geschnitten und langsam getrocknet.
Die berühmten, hochwertige japanische Räucherstäbchen enthalten  bis zu 20 verschiedenen Komponenten und müssen oftmals mehrere Jahre reifen. Besonders fein in ihrem Duft und leider auch sehr teuer sind Stäbchen mit einem hohen Anteil an Adlerholz.

Ayurvedische Räucherstäbchen
Räucherstäbchen werden auch in der traditionellen ayurvedischen Medizin eingesetzt. Sie werden aus speziellen Räuchermischungen hergestellt die die drei Doshas ins Gleichgewicht bringen. In der Herstellung sind sie den indischen Räucherstäbchen sehr ähnlich.

º So duftet Indien – oder Nag Champa, Super Hit und Co

Mittwoch, 07.10.2009

So, der erste Eintrag in diesem Blog ist der lieben Holda gewidmet, die so gerne mehr über die Nag Champa Räuchestäbchen wissen wollte:
Ich fand das Thema spannende und habe mal gesammelt was ich alles so wusste, denn bei Nag Champas gibt es größere Unterschiede als man auf Anhieb glaubt.

Was zum Beistpiel nur wenige wissen: die bekannten Räucherstäbchen in den blauen Schachteln mit dem Namen “Nag Champa” ,werden von mehreren Manufakturen und nach leicht unterschiedlichen Rezepten hergestellt. Hier bei uns in Deutschland werden meist die Stäbchen der Manufaktur “Shrinivas Sugandhalaya” von Sai Baba, als das “Original” gehandelt. Aber ich habe im Urlaub auch schon andere Packungen von anderen Manufakturen erstanden, die in der Regel auch eine eigene Duftnuance hatten. Die Packungen sehen sich oft zum verwechseln ähnlich, allerdings ist das Logo von Shirnivas Sungandhallaya ein gutes Erkennungsmerkmal.

Und dann gibt es auch aus der Manufaktur “Shrinivas Sugandhalaya” mittlerweile sehr viele unterschiedliche Sorten, nur einige davon sind überhaupt hier in Deutschland bekannt, ich habe vor Jahren mal die Sorte “Midnight” geschenkt bekommen, die wohl vor allem in den USA vertrieben wird.

Die Rezeptur für die Räucherstäbchen ist nicht bekannt, so lässt es sich auch nicht wirklich sagen “wonach” die Stäbchen duften. Viele Leute glauben irrtümlich das es eine Nag-Champa Blüte gäbe, nach der die Stäbchen benannt sind. Das ist jedoch nicht der Fall. Nag Champa ist viel mehr eine bekannte Duftrichtung in Indien .
Allerdings erinnert der Duft von Nag Champa ein wenig an die Blüte der Pulmeria, so das man die Pulmeria als Nag Champa-Blüte bezeichnen könnte.
Gemeinsam ist den Nag-Champa Sorten ein hoher Anteil an “halmaddi” (einer traditioneller indischen Räucherstoff, der aus einem Baum gewonnen wird). Halmaddi absorbiert, die Feuchtigkeit aus der Luft und sorgt dafür das sich die Oberfläche der Nag-Champa Stäbchen immer ein wenig schwer anfühlt. Wegen dem hohen Anteil an halmaddi kann es passieren, das sich die Stäbchen in einer feuchten Umgebung ein wenig schwerer anzünden lassen.

Ansonsten ist davon aus zu gehen das auch sehr viele synthetische Duftstoffe in den Nag Champas drinnen sind.

Der Duft ist meines Erachtens einfach zu intensiv und zu lang anhaltend für eine rein “natürliche” Zusammensetzung. Aber genaues weiß man nicht. Allerdings gab es 2002 mal eine Untersuchung von Stiftung Warentest in der die blauen Nag Champas sehr schlecht abgeschnitten haben, wegen schädlicher Inhaltsstoffe.
Ich bin und bleibe trtozdem ein bekennender Nag Champa-Fan, aber ich lüfte nun gründlicher nachdem ich sie verbrannt habe. Auch würde ich im Moment keine Nag Champas verräuchern, wenn meine kleine Tochter im selben Raum ist. Letztendlich bleibt es natürlich jedem selber überlassen, ob/welche Konsequenzen er aus diesem Testergebnis zieht.

Gemeinsam ist allen Sorten die typische Grundnote, wie wir sie von den “blauen Nag Champas” her kennen. Ein blumig, würziger & schwerer Duft. Die anderen Sorten Golaka, Superhit etc. haben dann aber jeweils zusätzlich noch eine andere Duft-Tendenz.

So riecht die Sorte Natural angenehm süßlich, die Duftnote erinnert vor dem Abbrennen etwas an Honig, irgendwo habe ich auch mal gehört das wirklich Honig mit in den Stäbchen drin ist, aber ich weiß nicht ob das stimmt.

Bei den Golaka Stäbchen (das sind die, in der wunderschönen sonnen gelben Verpackung) riecht man den Duft der Plumeria stark heraus, gleichzeitig beherrscht aber die Golakastäbchen auch eine herbe Duftnote.

Die Sorte Super Hit gehört auch zu den “traditionellen” Stäbchen aus der Manufaktur von Sai Baba. Sie duften sehr edel, riechen ein wenig nach Nag Champa mit Vanille und manchmal fragen mich Kunden nach dem Räucherstäbchen “das nach Bonbon” riecht, wenn sie die Super Hits suchen ;-) .
Die Super Hit Stäbchen sind meine persönlichen Favoriten unter den Nag Champa-Räucherstäbchen.

In den letzten zwei Jahren gab es sehr viele neue Sorten aus der Manufaktur  Shrinivas Sugandhalaya, für den deutschen Markt. Zu diesen neueren Sorten aus dem Hause Sai Baba zählen zum Beispiel die hellblauen Aastha.
Irgendwie habe ich das subjektive Gefühl das die neuen Sorten versuchen, sich an unsere westlichen Nasen anzupassen. So fehlt auch den Aastha-Stäbchen der schwere parfümierte Duft, den man in der Nase hat sobald man einen Raum betritt in der eine Schachtel davon lagert ;-) . Die Aasta riechen wie Nag-Champa “light”, lecker aber halt irgendwie wie nur die Hälfte. Aber viele Kunden die Nag Champa bisher nicht mochten, sind von den neuen Stäbchen sehr begeistert :-) .